Book Your Stay

Book Your Stay

Kansas Highlight
 

Indianer

Als „Menschen des Südwindes" bezeichneten sich die Kanza- oder Kaw-Indianer, und nach ihnen ist der Bundesstaat Kansas benannt. Die Indianer waren einst durch Pockenepidemien dezimiert und im Laufe des 19. Jahrhunderts in immer kleiner werdende Reservate abgeschoben worden. 1873 teilten sie dann das Schicksal vieler anderer Indianervölker und wurden nach Oklahoma umgesiedelt. Neben den Kanza und Osage lebten einst auch Otoe und Missouri im Osten des heutigen Kansas, im Zentrum waren Pawnee, Kiowa und Wichita zu Hause, im Westen Arapahoe, Cheyenne und Comanche.

Das Land westlich des Mississippi, also auch Kansas und Oklahoma, war von US-Präsident Jefferson zu Beginn des 19. Jahrhunderts als „Indian Territory", als Rückzugsgebiet für indianische Nationen aus dem Osten, vorgesehen gewesen. Friedlich verliefen die Umsiedlungsaktionen dorthin allerdings selten, beispielsweise wurden 1825 mit den Shawnee die Nachkommen des legendären Häuptlings Tecumseh nach Kansas zwangsumgesiedelt. Dass auch friedliche Übereinkünfte möglich waren, belegt andererseits das seit 1917 im September gefeierte Indian Peace Treaty Pageant. Es erinnert an den 1867 unterzeichneten Friedensvertrag zwischen der US-Regierung und Vertretern der Kiowa-, Comanche-, Kiowa-Apache-, Cheyenne- und Arapaho-Indianer.

Anders als Oklahoma wurde Kansas mit dem sogenannten Kansas-Nebraska Act 1854 zur Besiedelung frei gegeben. Die ursprünglich hier lebenden Indianer zogen mehr oder weniger freiwillig im Laufe der Zeit nach Oklahoma um. Daher gibt es heute in Kansas nur noch wenige Indianer und sie konzentrieren sich auf die drei Reservate der Ioway, Kickapoo und Potawatomi. Nur zu Veranstaltungen wie den Wah-Shun-Gah Days in Council Grove oder dem Indian Peace Treaty Pageant kehren viele Native Americans aus dem benachbarten Oklahoma in ihre alte Heimat zurück.

Hauptbestandteil all dieser Feste sind Powwows, die das neu erwachte Selbstbewusstsein der Ureinwohner sichtbar machen und einerseits eine traditionelle Form der Zusammenkunft darstellen, andererseits mit Geld- bzw. Sachpreisen dotierte Tanzwettbewerbe sind. Von nah und fern strömen Indianer unterschiedlicher Völker zusammen, es werden Tipis aufgeschlagen, Wohnwagen aufgestellt und Picknicks veranstaltet. Rings um die Tanzarena mit Tribünen gibt es Imbiss- und Verkaufsstände mit traditionellen Gerichten und Kunsthandwerk, es finden ein feierlicher Umzug, die Grand Entry, und Begleitveranstaltungen wie die Wahl einer „Miss Indian", Veteranenehrungen und Totengedenken, gelegentlich auch Rodeos oder Sportturniere, statt.

Im Mittelpunkt stehen jedoch die Tänze, wobei Senioren, Männer und Frauen, Teens und Kinder getrennt antreten. Zusätzlich wird unterschieden zwischen Southern und Northern Dances: Während erstere von den Völkern in und um Oklahoma gepflegt werden, kommen letztere aus den nördlichen Regionen. Untermalt werden die Tänze von wechselnden Drums, Gruppen von mindestens fünf Sängern, darunter ein Vorsänger, die am Rand des Tanzrunds um eine große Trommel sitzen und ihren kehligen Gesang mit rhythmischen Schlägen begleiten. Auch ihr Können wird von einer Jury bewertet und ist gut dotiert.

 

Highlights